Mining Pool Auszahlungsmodelle – PPS vs PROP vs PPLNS erklärt
Was ist der Unterschied zwischen PPS, PROP und PPLNS beim Mining? Einfach erklärt mit Beispielen, Vorteilen, Nachteilen und Vergleich.
Bevor wir starten, kurz zur Grundlage:
Ein Share ist ein Arbeitsnachweis, den dein Miner an den Pool sendet. Er zeigt, dass du Rechenleistung beigetragen hast – auch wenn dieser Share kein gültiger Block ist. Pools nutzen Shares, um fair zu berechnen, wer wie viel gearbeitet hat.
PPS – Pay Per Share
Sofortige und garantierte Auszahlung
Wie funktioniert PPS?
Beim PPS-Modell wirst du für jeden eingereichten Share direkt bezahlt. Ob der Pool tatsächlich einen Block findet, spielt für deine Auszahlung keine Rolle.
Das Risiko liegt vollständig beim Poolbetreiber.
Beispiel
- Blockbelohnung: 6 BTC
- Erwartete Shares pro Block: 600
- Wert pro Share: 0,01 BTC
Du reichst 100 Shares ein:
👉 Auszahlung: 100 × 0,01 BTC = 1 BTC
👉 Selbst dann, wenn der Pool keinen Block findet
Vorteile
- Sehr stabile Einnahmen
- Kein Glücksfaktor
- Ideal für kleine Miner und Einsteiger
Nachteile
- Meist höhere Pool-Gebühren
- Langfristig etwas geringere Gewinne
PROP – Proportional
Bezahlung anteilig pro gefundenem Block
Wie funktioniert PROP?
Beim proportionalen Modell sammelt der Pool Shares, bis ein Block gefunden wird. Die Blockbelohnung wird anschließend anteilig an alle Miner verteilt – je nach Anzahl ihrer Shares.
Beispiel
- Blockbelohnung: 6 BTC
- Insgesamt eingereichte Shares: 1.000
- Deine Shares: 200
👉 Anteil: 200 / 1.000 = 20 %
👉 Auszahlung: 1,2 BTC
Vorteile
- Einfaches und transparentes System
- Gute Erträge bei schnell gefundenen Blöcken
Nachteile
- Starker Glücksfaktor
- Unregelmäßige Einnahmen
- Anfällig für sogenanntes Pool-Hopping
PPLNS – Pay Per Last N Shares
Belohnung für langfristige Miner
Wie funktioniert PPLNS?
Bei PPLNS zählen nur die letzten N Shares, die vor dem Finden eines Blocks eingereicht wurden. Shares außerhalb dieses Fensters werden nicht berücksichtigt.
Dieses Modell belohnt Miner, die konstant und langfristig im Pool bleiben.
Beispiel
- Blockbelohnung: 6 BTC
- PPLNS-Fenster: 1.000 letzte Shares
- Deine Shares im Fenster: 150
👉 Anteil: 150 / 1.000 = 15 %
👉 Auszahlung: 0,9 BTC
Vorteile
- Schutz vor Pool-Hopping
- Langfristig oft höhere Rendite
- Fair für loyale Miner
Nachteile
- Schwankende Auszahlungen
- Kurzfristig schwer planbar
- Weniger geeignet für Gelegenheits-Miner
Solo Mining – Mining ohne Pool
Alleine minen, volle Belohnung – aber hohes Risiko
Wie funktioniert Solo Mining?
Beim Solo Mining minest du ohne Mining-Pool direkt gegen das Netzwerk. Findest du selbst einen gültigen Block, erhältst du die volle Blockbelohnung inklusive Transaktionsgebühren. Findest du keinen Block, bekommst du gar nichts.
Beispiel
- Blockbelohnung: 6 BTC
- Deine Hashrate: 1 % der Netzwerk-Hashrate
👉 Erwartungswert: Im Schnitt 1 Block pro 100 Blöcke
👉 Auszahlung: 6 BTC – aber nur beim eigenen Blockfund
Es kann Tage, Wochen oder sogar Monate dauern, bis überhaupt ein Block gefunden wird.
Vorteile
- Keine Pool-Gebühren
- Volle Blockbelohnung
- Maximale Unabhängigkeit
Nachteile
- Extrem hoher Glücksfaktor
- Sehr unregelmäßige oder keine Einnahmen
- Nur sinnvoll bei sehr hoher Hashrate
Vergleich der Auszahlungsmodelle
| Modell | Auszahlung | Risiko | Stabilität | Geeignet für |
|---|---|---|---|---|
| PPS | Sofort & garantiert | Pool | ⭐⭐⭐⭐⭐ | Anfänger, kleine Miner |
| PROP | Pro Block | Miner | ⭐⭐⭐ | Kurzzeit-Miner |
| PPLNS | Verzögert | Miner | ⭐⭐ | Langfristige Miner |
| Solo Mining | Nur bei Blockfund | Miner | ⭐ | Sehr große Hashrate |
Fazit: Welches Mining-Auszahlungsmodell ist das beste?
Jedes Modell hat Vorteile:
- PPS → stabil und planbar
- PROP → einfach, aber glücksabhängig
- PPLNS → langfristige Rendite für loyale Miner
- Solo Mining → volle Belohnung, nur für sehr starke Hashrates sinnvoll
Tipp: Berücksichtige neben Modellwahl auch Gebühren, Hashrate und Poolgröße.
FAQ – Häufige Fragen zu PPS, PROP, PPLNS und Solo Mining
Was ist das beste Mining-Auszahlungsmodell?
Das hängt vom Ziel ab. PPS bietet stabile Einnahmen, PPLNS langfristig höhere Gewinne. PROP eignet sich für kurzfristiges Mining.
Ist PPS oder PPLNS besser für Anfänger?
PPS, da die Auszahlung stabil ist und nicht vom Glück des Pools abhängt.
Warum haben PPS-Pools höhere Gebühren?
Der Pool trägt das komplette Risiko, daher sind die Gebühren höher.
Kann man mit PPLNS mehr verdienen?
Ja, wenn du konstant im Pool bleibst und Schwankungen aushältst.
Was ist Pool-Hopping und welches Modell schützt davor?
Pool-Hopping ist der Wechsel zwischen Pools je nach Glücksphase. PPLNS schützt effektiv davor.
Lohnt sich Solo Mining?
Solo Mining kann sich lohnen, wenn du eine sehr hohe Hashrate hast. Andernfalls ist das Risiko zu groß, da du nur bei eigenem Blockfund belohnt wirst.
Was sind die Risiken beim Solo Mining?
Sehr hoher Glücksfaktor, unregelmäßige oder keine Einnahmen, nur bei hoher Hashrate sinnvoll.